Nach Fertigstellung der bad. Hauptbahn von Mannheim bis Freiburg 1845 wurde die Realisierbarkeit weitere Eisenbahnstrecken untersucht, darunter die Schwarzwaldbahn Offenburg-Singen. Nach deren Fertigstellung 1873 wurde mehrfach eine Querverbindung Freiburg (Denzlingen) – Hausach diskutiert, jedoch aufgrund dringlicherer Eisenbahnprojekte nicht weiterverfolgt. Im Jahre 1872 wurde eine Konzession zum Bau einer Privatbahn von Denzlingen nach Waldkirch erteilt. Der erste Bauabschnitt von Denzlingen nach Waldkirch wurde von der Stadt Waldkirch finanziert und ging im Jahr 1875 in Betrieb. Die Badische Staatsbahn kaufte die Strecke 1886 zurück. Auf Bemühungen der Stadt Elzach und zahlreicher Industrieunternehmen im oberen Elztal – darunter die Seidenfabrik Gütermann in Gutach - wurde eine Kostenaufstellung für eine Privatbahn Waldkirch-Elzach vorgenommen. Die Bad. Regierung verweigerte ihre Zustimmung und übernahm nach langem Zögern doch später den Ausbau der Strecke als Staatsbahn. Die Strecke wurde 1901 freigegeben. Eine Weiterführung von Elzach nach Hausach und damit Anschluß an die Schwarzwaldbahn blieb aus.

Die Haltestellen der Elztalbahn und ihre Enfernung von der Bad. Hauptbahn sind:

    Denzlingen (Hauptbahn) 0,0 km
    Buchholz 3,6
    Batzenhäusle 5,3
    Waldkirch 7,1
    Kollnau 8,5
    Gutach 10,2
    Bleibach 12,0
    Niederwinden 14,2
    Oberwinden 16,4
    Elzach 19,3

Die Bahn wurde eingleisig ausgeführt, in Waldkirch gab es ein Ausweichgleis. Die Stationsgebäude der Elztalbahn entsprachen den üblichen Standards in Baden und waren mit gelben Backsteinen aufgebaut. Sie hatten das übliche Walmdach und waren ziegelgedeckt. Die Güterschuppen waren direkt angebaut oder aber freistehend, jeweils in Holzausführung.
In Baden war es üblich, neu in Betrieb genommene Bahnstrecken von einem Photoatelier professionell dokumentieren zu lassen. So gibt es von Photo Wolff/Konstanz auch herrliche Aufnahmen von der Elztalbahn, von denen einige hier zu sehen sind.
 

Kollnau: Typische badische Bahnhofsanordnug. Von links nach rechts: freistehendes Toilettenhaus, Wartesaal, Hauptgebäude/Wohnhaus und angebauter Güterschuppen Aufnahme unmittelbar nach Eröffnung der Bahnlinie 1901.

Gutach: Bahnhofsgebäude ähnlich wie Kollnau, jedoch Güterschuppen links. Anschluß an die firmeneigene Schmalspurstrecke mit 750 mm Spurweite der Fa. Gütermann.

Bleibach: Anordnung wie Kollnau, Güterschuppen und Wartesaal spiegelbildlich zu Gutach. Aufnahme vermutl. um 1950.
 

Niederwinden: Einfaches Stationsgebäude in Backstein/Holzausführung und freistehendem Toilettenhäuschen. Eine Güterhalle gab es hier nicht. Aufnahme 1901.

Oberwinden: Anordnung identisch wie Gutach. Aufnahme von 1901.

Elzach: Hauptgebäude in (gelber) Backsteinausführung. Von links nach rechts: Dienstgebäude/Schalter, Hauptgebäude/Wohnhaus, Wartesaal sowie das freistehende Toilettenhaus. Auf dem Bahngelände mit einer Länge von gut 700 m gab es außerdem zwei Bahnwärterhäuser, eine Güterhalle mit Ladekran und ein Lokschuppen. Aufnahme von 1901.

Blick auf die Laderampe und den Holzumschlagplatz in Elzach. Wie dem Lageplan zu entnehmen ist, stand hinter der Laderampe ein Lademaß und eine Brückenwaage. Im Hintergrund sehen wir den Lokschuppen und den Wasserturm.

Bad. VIb aufgenommen auf der Elztalbahn, vermutlich vor der Güterhalle in Gutach. Der Betrieb wurde fast ausschließlich mit den Maschinen der Gattung VIb und VIc abgewickelt.

 


Blechträgerbrücken zwischen Elzach und Oberwinden

Entlang der Bahnstrecke gibt es zahlreiche Wegüberführungen, die als einfache Blechträgerbrücken ausgeführt sind und 100 Jahre fast unverändert überlebt haben. In den vergangenen Jahren wurden sie modernisiert, die Blechträger wurden durch Spannbetonträger ersetzt. Von Elzach kommend finden wir bei Kilometer 18,32 die Brücke ‘Am Zollstock’.

Brücke ‘Am Zollstock’ anfangs der 90er, mittlerweile modernisiert.
 

Die Brücke ist als Vollwandträgerbrücke mit oben liegender Fahrbahn ausgeführt, DB-Typ 22, II.A.1.1.2 und hat eine Stützweite von 5,1 m. Sie besteht aus zwei Hauptträgern aus gewalzten I-Profilen, vier vollwandigen parallel verlaufenden Querträgern (horizontale Gurtungen) aus U-Profilen und einem zwischen diesen diagonal verlaufenden Längsverband aus T-Profilen. Die Gleise liegen direkt auf den Hauptträgern. Die Widerlager, die Auflagerbänke sowie die Flügel- und Böschungsmauern sind aus unregelmäßig behauenen Granitblöcken aufgemauert. Um die Jahrhundertwende wurden solche Steine im Gebiert des Rohrhardsbergs in unmittelbarer Nähe der Stadt Elzach (Ortsteil Yach) gebrochen und für viele Hochbauten der Bad. Staatsbahn verwendet.

Eine ausführliche Baubeschreibung von dieser Brücke finden Sie hier.
 

Im weiteren Verlauf der Strecke Richtung Oberwinden finden wir zwei weitere kleinere Brücken in ähnlicher Ausführung.

 

 

Die Elztalbahn im Modell

 

Bahnhofsmodelle Gutach, Kollnau, Bleibach und Oberwinden

Die Bähnlewerkstatt ist ein kleiner Werkstattbetrieb für exklusive Modelle überraschte Ende 05 mit der Ankündigung von bad. Stationsmodellen auf der Grundlage präzisionsgeschnittener Kartonbausätze. Die Mitarbeiter betreiben selbst eine kleine Modulanlage nach dem Vorbild des Bf Gutach an der Elztalbahn Freiburg-Elzach. Aus diesem Projekt wurde ein Bausatz eines Badischen Bahnhofsgebäudes realisiert, das in Baden vielerorts zu finden war bzw. modernisiert zu finden ist. Es gibt die Varianten Gutach (siehe Bilder) sowie Kollnau und Bleibach (baugleich wie Kollnau).

Die Bausätz ist ab sofort verfügbar, der Bausatzpreis beträgt. EUR 109,50.

 

Bahnhof Gutach von der Gleisseite her gesehen

Wartehalle der Station Gutach

Stirnseitenansich der Wartehalle

Güterhalle der Station Gutach

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