Das Vorbild:

Die Lokomotiven der Gattung IVg wurde 1912 in einer Stückzahl von 5 Maschinen bei der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe gefertigt. Die Maschinen waren für den Personen- und Schnellzugdienst im Flachland und Bergland konzipiert. Sie waren neben der oldenburgischen S10 die einzigen Landerbahn- Schlepptendermaschinen in Deutschland mit der Achsfolge 1’C1’. Die hohe Kessellage und das ausgewogene Design gab den Maschinen ein elegantes und gefälliges Aussehen. Leider wiesen die Maschinen einige Mängel auf, welche nach dem Beginn des 1. Weltkrieges nicht mehr beseitigt wurden. So wurde aus dem Bestreben, Betriebskosten zu sparen, auf ein führendes Drehgestell zu Gunsten einer Adamsachse verzichtet, ebenso wurde ein Clench-Dampftrockner anstelle des Schmitt’schen Rauchrohrüberhitzers verwendet. Alle 5 Maschinen wurden im Rahmen der Reparationsleistungen an Frankreich abgegeben, die letzen Maschinen wurden 1930 ausgemustert.

Die IVg mit der Nr. 830 im Fotoanstrich bei der Ablieferung im Fabrikhof der MBGK

Charakteristisch für die Maschinen waren

  • Kombinierter Dampf-/Sanddom
  • hohe Kessellage, zylindrischer Kessel mit verjüngter Rauchkammer, spitze Rauchkammertür
  • Reglerdom mit äußerer Reglerwelle
  • Luftpumpe mit vertikalen Kühlrippen (überwiegend nur in Frankreich verbreitet)
  • Hauptluftbehälter unter dem Zylinderblock in Fahrtrichtung
  • flacher Tender

Leider sind insgesamt nur sechs Aufnahmen der IVg bekannt, von denen eine die Maschine als umgebaute ETAT-Maschine mit getrenntem Dampf-/Sanddom, anderer Luftpumpe und mit Schutzblechen für Treib-/Kuppelräder zeigt. Für die Maschine mit der Bahnnr. 828 ist eine Glanzblechverkleidung nachgewiesen.

 IVg 828 in Glanzblechverkleidung (Zylinderseitenwände, Langkessel) im Hof der MBGK

IVg 828 in Glanzblechverkleidung (in der Seitenansicht)

Die rekonstruierte IVg von der Heizerseite

... und hier coloriert in Glanzblechverkleidung!

Zahlreiche Komponenten stimmen mit der Güterzuglokomotive der Gattung VIIIe überein, so z.B. Steuerungsträger und die meisten Steuerungsteile, Zylinder, Reglerdom, Teile des Führerhauses und viele Armaturen. Normierung und Standardisierung der Teile hat es also auch schon zu diesem Zeitpunkt in Baden zumindest ansatzweise gegeben.

Die in vielen Details ähnliche Güterzuglokomotive der Gattung VIIIe Nr. 822

 

 

 

Das Live Steam - Modell in Spurweite 1

Am Samstag, 20.03.04 wurde in der Eisenbahnerloge Basel erstmals der Prototyp einer bad. IVg als Spur 1 - Live Steam - Modell vorgestellt. Auf Initiative von Peter Krattiger wurde in den vergangenen 3 Jahren ein Modell dieser formschönen bad. Lokomotive bei der schweizer Twerenbold Modellbau AG geschaffen. Der Name Twerenbold ist in der Live Steam - sowie in der Tin Plate - Szene bekannt und geschätzt (S3/6, Weiacher Kieswagen, etc.).
Um die Herstellungskosten des Prototyps in einem erträglichen Rahmen zu halten, wurde soweit möglich auf derzeit verfügbare Standardteile zurückgegriffen. Trotzdem - so glaube ich - kommen die charakteristischen Besonderheiten dieses Lokomotivtyps bereits beim Prototypen voll zur Geltung. Nachfolgend einige technische Daten des Live Steam Modells (Serienausführung):

Maßstab 1:32

Achsfolge 1’C1

Gasfeuerung

LüP 628 mm

Kupferkessel

Betriebsdruck 3,5 bar

2 Sicherheitsventile

Bypassventil

Achsspeisepumpe

Führehausdach abnehmbar

Handspeisepumpe im Tender

Swiss Made

Preis CHF 7.900,-

Liefertermin 2005

Fernsteuerung auf Anfrage

 

Das Modell wird in der bad. Standardfarbgebung realisiert werden, also schwarz mit rotbraunen Rädern. Glanzblechverkleidungen sind - so schön sie auch ausschauen mögen - bei Live Steam - Modellen nicht praktikabel.
Die Resonanz bei den Vertretern der schweizerischen Live Steam - Szene war ausgesprochen positv. Das Modell wurde beim diesjährigen Spur 1 -Treffen in Sinsheim der Öffentlichkeit präsentiert. Die Resonanz war sehr gut, so daß das Modell definitif in Serie gefertigt wird.

Nachfolgen einige Bilder des Prototypen:

Weitere Infos erhalten Sie direkt bei
Twerenbold Modellbau AG

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