Die badischen Maschinen der Gattung VIc

Die guten Erfahrungen mit den ersten Maschinen der Gattung VIb veranlassten die Badischen Staatseisenbahnen dazu, diese Gattung weiter zu beschaffen. Um das zunehmende Verkehrsaufkommen weiterhin bewältigen zu können, wurde zusätzlich eine verstärkte Ausführung in Auftrag zu geben. Diese unterschied sich von den Vorgängermaschinen durch den asymmetrischen Achsstand, den größeren Treibraddurchmesser und das Heißdampftriebwerk. Außerdem konnten durch die zwischenzeitlich höhere zulässige Achslast auf den badischen Hauptstrecken ein vergrößerter Kessel mit Überhitzer berücksichtigt werden.

Die Maschinen wurden von der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe konstruiert und bei der Badischen Staatseisenbahnen mit einer Auflage von insgesamt 135 Stück im Zeitraum zwischen 1914 und 1921 als Gattung VIc Reihe 1 bis Reihe 9 in Dienst gestellt. Bis auf die zwei Bauserien der Reihen 5 und 7 mit zusammen 23 Fahrzeugen, die von der Fa. Arnold Jung gebaut wurden, wurden alle Maschinen in der heimischen Lokomotivfabrik gefertigt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Reihen waren gering. Ab der Reihe 2 erhielten die Maschinen einen Vorwärmer, der quer vor der Rauchkammer angeordnet war, eine Speisewasserpumpe und einen Lüfteraufsatz auf dem Führerhausdach. Der Sanddom war jetzt über der Treibachse angeordnet. Ab Reihe 3 wurde die kupferne Feuerbüchse gegen eine aus Stahl ausgetauscht. Rahmenverstärkungen wurden an den Maschinen der Reihen 8 und 9 vorgenommen.

Die Vergrößerung des Treibraddurchmessers von 1480 (Gattung VIb) auf 1600 mm und die damit erhöhte zulässige Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h gestattete auch einen Einsatz der Maschinen im leichten Schnellzugdienst. Die Maschinen der Gattung VIb und VIc machten zusammen etwa 50% des badischen Lokomotivbestandes aus.

Die DRG übernahm 107 Maschinen und reihte sie als BR 75 4 und BR 75 10-11 ein. Aufgrund der guten Erfahrungen und der universellen Einsetzbarkeit für fast alle Betriebsarten nahmen Ende der zwanziger Jahre zehn Maschinen der Gattung VIc ihren Dienst bei der Berliner Stadtbahn auf.

Zur DB kamen noch 66 Maschinen. Im Jahre 1967 wurde die letzte Vertreterin der Gattung VIc, die 751118 ausgemustert. Sie blieb jedoch erhalten und war auf dem Gelände der TU Karlsruhe und später im DGEG - Museum Neustadt ab- bzw. ausgestellt. Nach einer Aufarbeitung und Wiederinbetriebnahme durch die UEF wird sie z.Zt. auf der Lokalbahnstrecke Amstetten-Gerstetten vor Museumszügen eingesetzt.
 

VIc Reihe 1 (MBGK 1914, 10 Maschinen)

VIc_1_900_r_600

Die 900 war die letzte Maschine der 1. Lieferserie. Die Maschine in Glanzblechausführung wurde im Hof der MBGK im “warmen” Zustand abgelichtet.

VIc_1_900_l_GN_600

Hier die VIc 900 von der Heizerseite. Abweichend von allen späteren Serien war hier die zweistufige Luftpumpe der Bauart Knorr auf der linken Maschinenseite angeordnet. Belegt ist dies nur für die VIc 900, spätestens ab der vierten Maschine mit der Ordnungsnummer 903 war die Luftpumpe auf der rechten Rauchkammerseite.
Alle Maschinen wurden 1914 gefertigt und hatten durchgehend die Nummern 900 bis 909.

VIc_1_rssv_600

3D-Rekonstrukrion der VIc 900 in Glanzblechausführung.


VIc Reihe 2 (MBGK 1915/16, 20 Maschinen)

Die zweite und alle weiteren Bauserien unterschieden sich in folgenden Details von den Maschinen der ersten Lieferserie:

  • Luftpumpe zweistufig rechts
  • Vorwärmeranlage quer vor der Rauchkammer *)
  • schmalerer Rauchkammerfuß
  • Knorr Speisepumpe anstelle des heizerseitigen Injektors *)
  • Sanddom mit größerem Durchmesser und runder Haube auf Höhe der Treibachse
  • gemeinsame Verkleidung der heizerseitigen Leitungen vom Überhitzer bis zum Führerhaus
  • zusätzlicher Lüfteraufsatz auf dem Führerhausdach
  • geänderte Bremsanlage
  • 2-fach geschlitzte Stangenpuffer
  • geänderte Ausschnitte im Rahmen
  • Wasserkasten 100 mm kürzer

*) Die Maschinen mit den Nummern 885 - 894 waren versuchsweise mit Vorwärmeranlage und Speisepumpe nach Bauart der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe ausgestattet, die Maschinen mit den Nummern 875 - 884 sowie die der nachfolgenden Serien mit den entsprechenden Komponenten der Bauart Knorr.

Die Maschinen wurden im Zeitraum von 1915 bis 16 gefertigt und hatten durchgehend die Nummern 875 bis 894. Alle Maschinen waren in Glanzblechausführung.

 

VIc_2_883_l_GN_600

VIc 883 in Fotolackierung, mit Ausnahmen der Kesselbänder und vermutlich der Räder komplett in hellgrau.


VIc Reihe 3 (MBGK 1916/17, 14 Maschinen)

Fotografische Belege aus der Epoche 1 liegen nicht vor. Die Maschinen wurden im Zeitraum von 1916 bis 17 gefertigt und hatten durchgehend die Nummern 910 bis 923.

Mit der Reihe 3 wurde eine neue Vorschrift für die Beschriftung eingeführt. Die ursprünglich aus Rotguss gefertigten Tafel fielen dem kriegsbedingten Buntmetallmangel zum Opfer. Die Ziffern wurden fortan aus Zinkblech ausgeschnitten und mit Stiften aus Zinkdraht aufgenietet. Außerdem waren lt. R.O.B. Baumann von der “Großherzoglichen General Direktion” nach 1916 keine Glanzbleche mehr verfügbar. Somit gilt ab der Reihe 3 bis zum Ende der Beschaffungsperiode der Regelanstrich. Ausserdem wurden die Maschinen ab Reihe 3 werkseitig für Gasbeleuchtung vorgesehen. Auf dem Führerhausdach hinter dem Lüfteraufsatz war die Belüftung für die gasbetriebene Führerhausbeleuchtung angeordnet.
 


VIc Reihe 4 (MBGK 1917, 15 Maschinen)

Die Maschinen mit den Ordnungsnummern 924 bis 938 wurden 1917 gefertigt, darunter die Jubiläumsmaschine 933.

Nachfolgende Aufnahme zeigt die bereits bei Reihe 3 durchgeführten Bauartänderungen, wie die auf Gas umgestellte Beleuchtung, erkennbar am quer zur Fahrtrichtung angeordneten Gasbehälter unter dem Kohlekasten und die geänderte Position der Gattungszeichen mit Ordnungsnummer im mittleren Teil des Wasserkastens. Weitere geringfügige Abweichungen betrafen die Speiseventile (jetzt mit zusätzlichem ovalem Flansch) und weiter vorne positioniert sowie die Form des Rauchkammerabschlussbleches.

VIc_4_933_l_600

Jubiläumsmaschine VIc 933. Dies war die 2000. Lokomotive der MBGK, was mit einem großen Schild besonders hervorgehoben wurde. Anlässlich des Jubiläums war auch der Großherzog eingeladen. In einem Bericht der lokalen Presse war zu entnehmen, dass es Schwierigkeiten bei der Beschaffung der schwarzen Farbe gegeben hatte. Zum Verständnis: Die Maschinen wurden in der Regel mit dem Standardanstrich versehen und anschließend mit weißer Kalkfarbe überstrichen. Dadurch waren kontrastreiche Aufnahmen für Kataloge der Herstellerfirmen möglich. Die Maschine war zwar bereits für Gasbeleuchtung vorbereitet, hatte aber zum Zeitpunkt der Aufnahme noch die weit verbreiteten Petroleumlampen.
 

VIc_4_933_lssv_600

3D-Rekonstruktion der Jubiläumsmaschine VIc 933 in Fotoanstrich


VIc Reihe 5 (Jung 1917/18, 10 Maschinen)

Die Firma Jung fertigte im Zeitraum 1917 bis 1918 in Summe 10 Maschinen der Reihe 5 mit den Ordnungsnummern 939 bis 948.

VIc_5_947_r_600

Auf der Werksaufnahme der VIc 947 von Jung fehlen (noch) Fensterschirme und Schlotaufsatz. Eine Betriebsaufnahme der 940 aus der gleichen Serie von Jung zeigt jedoch diese Details, so dass anzunehmen ist, dass dies bei allen Maschinen nachgerüstet wurde. Betriebsaufnahmen von Maschinen ohne Schlotaufsatz gibt es nicht. Zwischenzeitlich liegt obige Aufnahme in besserer Qualität vor. Sie zeigt, dass der Schlotaufsatz wegretouchiert wurde. Diese Maschinen wurden nicht mehr in Glanzblechverkleidung abgeliefert. Die colorierte Postkarte, die auf Grundlage der obigen Aufnahme entstand, zeigt die Maschine in grüner Farbgebung und fällt in die Rubrik “Phantasie”.
 

VIc_5_947_lsv_600

3D-Rekonstruktion der VIc 947 mit Fensterschirmen und Schlotaufsatz


VIc Reihe 6 (MBGK 1917, 10 Maschinen)

Die Maschinen der Reihe 6 wurden wieder bei der heimischen Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe gefertigt. Sie hatten durchgehend die Nummern 949 bis 958. Fotografische Belege aus der Epoche 1 liegen nicht vor.


VIc Reihe 7 (Jung 1918, 13 Maschinen)

Ein weiteres Mal entschied man sich, ein Los mit 13 Maschine an die Fa. Jung zu vergeben. Die Maschinen wurden 1918 gefertigt und hatten die Ordnungsnummern 959 bis 971. Fotografische Belege aus der Epoche 1 liegen nicht vor. Mittlerweile wurde anstelle des großherzoglichen Hoheitszeiches der Schriftzug “Baden” angebracht. Die Tafeln mit Gattungszeichen und Ordnungsnummern waren weiterhin aus Zinkblech.
 


VIc Reihe 8 (MBGK 1920, 23 Maschinen)

Die Maschinen der Reihe 8 wurden wieder bei der MBK gefertigt, Ordnungsnummern 1082 bis 1104. Gattungsbezeichnung und Ordnungsnummern waren jetzt mit weißer Farbe aufgemalt. Das Nummernschild am Kamin war weiterhin aus Zinkblech. Der Kohlevorrat wurde durch einen demontierbaren trichterförmigen Aufsatz auf 4t erhöht, das entprechende Schild “Heizstoff 4t” wurde beidseitig in weißer Farbe aufgemalt. Anstelle der beiden hochgestellten Bremsschläuche der selbsttätigen Bremse ( “Automat”, 1 x vorne, 1 x hinten) gab es jetzt jeweils zwei Bremsschläuche etwa auf dem Niveau von denen der nicht selbsttätigen Bremse.
 

VIc_8_1086_ls_600

Ehemalige VIc 1086 im Einsatz bei der Berliner Stadtbahn. Tafeln mit der Stationsbezeichnung der Endbahnhöfe waren vorne an der Rauchkammertür und hinten am Kohlekastenlaufbrett angebracht. Der demontierbare Kohlekastenaufsatz wurde entfernt. Außerdem war bei dieser Maschine bereits der Überhitzer demontiert, die Stehbolzen sind noch am Kessel erhalten. Die sich an den Überhitzer anschliessende Verkleidung der Leitungen hatte bei den meisten Maschinen Bestand bis zum Ende der Epoche II. Die Maschine hat Gasbeleuchtung. Das Trittbrett an der Rückwand des Kohlekastens war verbreitert und nach oben versetzt.
Die Maschine hatte eine vorläufige Reichsbahnbeschriftung. Zusätzlich zur badischen Gattungsbezeichnung “VIc 1086” waren “Deutsche Reichsbahn” und “R.B.D. Karlsruhe mit weißer Farbe angeschrieben, dazu Angaben zu Heizstoff und Bremsuntersuchung.

VIc_8_1086_lssh_600

3D-Rokonstruktion der VIc 1086 als Lokomotive der Berliner Stadtbahn. Der linke Kohlekastendeckel ist hoch geklappt und verdeckt das Fenster!


VIc Reihe 9 (MBGK 1921, 20 Maschinen)

Das letzte Los mit 20 Maschinen wurde an die MBK vergeben, die Maschinen der Reihe 9 hatten die Ordnungsnummern 1105 bis 1124. Das Schild “Heizstoff 4t” war jetzt aus Rotguss. Geringfügige Änderungen gab es bei der Leitungsführung und bei der Verkleidung des Vorwärmers. Die bereits ab Reihe 8 durchgeführten Verstärkungen des Rahmens betrafen u.a. die Abstützungen der Pufferbohle.

VIc_9_1124_r_GN_600

VIc 1124 als letzte gefertigte Maschine der Reihe 9 wurde 1921 im Hof der MBGK auf der Glasnegativplatte verewigt. Die Maschine wurde in schwarz/braunrotem Anstrich abgeliefert. Auf dem Kohlekasten ist der bereits oben erwähnte Kohleaufsatz erkennbar.
 

VIc_9_1124_rssh_600

VIc 1124 als 3D-Rekonstruktion. Ob die Maschine bereits werkseitig mit Gaslaternen ausgestattet wurde, ist unklar. Ab Reihe 9 waren die Nuten der Treib- und Kuppelstangen schwarz ausgelegt.
 


Die VIc als Spur 1 - Modell

VIc / BR 75 4-11 von KM-1

Auf der Hausmesse 12/2013 kündigte KM-1 die VIc als Messingmodell an. Nur 6 Monate später konnte beim Spur 1 - Treffen bereits das ausgezeichnete Handmuster der 75 1118 in der Ausführung der UEF bewundert werden. Der bis Ende 2014 gültige Vorbestellpreis betrug € 1990,-, mittlerweile ist das Modell werkseitig ausverkauft.

Beim Modell sind alle Deckel und Klappen beweglich ausgeführt, ebenso die Dachlüfter, die seitlichen Schiebefenster und die Klappläden, nicht zu vergessen die Vorreiber an der Rauchkammertür. Das Modell verfügt über eine automatische Umsteuerung sowie- erstmals in Spur 1 - über eine Dampfpfeife mit Dynamic Smoke, einer Synchronisation von Signalton und Dampfentwicklung (siehe https://youtu.be/mWarQkCEOpY).

Fast vier Jahre sollten vergehen, bis die Modelle ausgeliefert wurden. Trotzdem glaube ich, dass sich das Warten gelohnt hat. Bislang konnte die Jubiläumsmaschine 933, deren Vorbild als 2000ste Maschine bei der MBGK gefertigt wurde, sowie die 947 als Spur 1 - Modelle ausgiebigst begutachtet werden.

Mit einer Rahmenstärke von ca. 1 mm wird nahezu die Originalstärke erreicht. Ein Vergleich mit der BR 70 / Bad. Ig zeigt, was KM-1 in den dazwischen liegenden 10 Jahren geleistet hat. Damals betrug die Rahmenstärke mit 3 mm ein Vielfaches des Originalmaßes.

Bislang einziger Kritikpunkt ist, dass mit Abschalten des Rotlichtes (F14) die Beleuchtung dauernd brennt und nicht mehr über F0 geschaltet werden kann.
 

VIc_933_2000_r_600

    VIc 933 von der Lokführerseite

VIc_933_2000_l_2_600

    Die Jubiläumsmaschine von der Heizerseite

VIc_933_2000_D-1_600

    Ein Blick in das Führerhaus bei eingeschalteter Führerstandbeleuchtung

VIc_933_2000_D-2_600

    Bei geöffneten Feuertüren kommt das beleuchtete Glutbett gut zur Geltung
     

    Wie weiter oben ausgeführt waren nur die ersten beiden Baulose in Glanzblechverkleidung ausgeführt. KM-1 wählte die 947 aus der Reihe 5, deren Vorbild bei der Fa. Jung gefertigt wurde, für die Modellnachbildung der Epoche 1. Richtigerweise wurden abweichend von der vorliegenden Werksaufnahme der 947 Fensterschirme und Schlotaufsatz nachgebildet. Es gibt keine Betriebsaufnahme einer VIc ohne diese Details.
     

VIc_947_r_600

    Lokführerseite der VIc 947. Im Vergleich zur oben gezeigten 933 kommen bei dieser Ausführung die farblich abgesetzten Leitungen und Armaturen besser zur Geltung.

VIc_947_l1_600

    VIc 947 von der Heizerseite. Zu bemängeln gibt es nur die nicht lackierte Zylinderverkleidung der Speisepumpe. Hier kann aber leicht Abhilfe geschaffen werden und auch noch das fehlende Firmenschild ergänzt werden.

KM1_751118_UEF_l_600

    75 1118 der UEF von der Heizerseite (Handmuster, Werksaufnahme KM-1)

KM1_751118_UEF_r_600

    75 1118 der UEF von der Lokführerseite (Handmuster, Werksaufnahme KM-1)

 


VIc / BR 75 von Märklin

Wenige Tage vor dem Spur 1 - Treffen in Sinsheim wurde bekannt, dass auch Märklin eine VIc fertigen wird. In Sinsheim waren Handmuster in der badischen und der DB - Ausführung zu sehen. Das Modell soll noch in 2014 ausgeliefert werden. Der Listenpreis ist mit € 1900,- veranschlagt. Aufgrund der Erfahrungen mit der P8 / Br 38 wird der “Straßenpreis” bei ca. € 1600,- liegen. Interessant für den potentiellen Kunden war die Möglichkeit, in Sinsheim beide Modelle - wenn auch in unterschiedlichen Bahnvarianten - betrachten zu können.
 

Mä_VIc_l_1_600

Vorbild für das Märklin-Modell ist die VIc 934 aus der 4. Lieferserie. Wasserkasten- und Sanddomdeckel sind beweglich ausgeführt.
 

Mä_VIc_r_1_600

Die hohen Bremsschläuche entsprechen nicht dem Vorbild. Die Vorbildmaschinen hatten vorne und hinten Bremsleitungen aus Rohrstücken mit beweglichen Verbindungselementen. Auf jeder Seite zwei für die nicht selbsttätige und einen hochgestellten für die selbsttätige Bremse (“Automat”).
 

Mä_751112_r_1_600

Im Vergleich zum KM-1 - Modell wird die Märklin-Maschine in Zinkdruckgusstechnik realisiert werden, d.h. weniger Detailierung für weniger Geld. Insbesondere im Bereich der Pumpen ist die Detailierung überschaubar. Das Epoche 1 - Handmuster zeigte noch einige Unstimmigkeiten, wie z.B. bei den Bremsschläuchen, der Beschriftung und der Ausführung des Riffelblechs am vorderen Umlauf. Negativ aufgefallen sind die dicken Radreifen der Vor-/Nachlaufräder sowie die sichtbare Trennfuge zwischen Wasserkasten und Kessel. Dies sollte aber bei der Serienfertigung behoben werden können.
 

Mä_75_r_600

Fahrwerk, Umlauf, Führerhaus, Wasserkasten und Kessel sind aus Zinkdruckguss. Die Zurüstteile sind weitgehend aus Messing, einige wie z.B. die Injektoren vermutlich aus Kunststoff.
 

VIc_D2_300

VIc_2_883_l_v2_300

Vergleich Modell und Vorbild. Die Zylinder wurden wohl wegen der für Märklinisten erforderlichen Kurvengängigkeit deutlich verkleinert. Da die Handmuster bereits aus Serienteilen zusammengebaut sind, sind größere Änderungen eher unwahrscheinlich. Lassen wir uns überraschen!
 


VIc Reihe 1 als 3D-Modell

Nahezu zeitgleich mit Ankündigung der VIc als Spur 1 - Modell wurde begonnen, eine Maschine der ersten Serie als 3D-Modell zu realisieren. Um später die Möglichkeit zu haben, diese Maschine als Spur 1 -Modell nachbauen zu können, erfolgte die 3D-Modellierung im Maßstab 1:32. Durch die Abweichung der Vorbildmaschine von den späteren Serien ist eine Modellnachbildung der ersten Serie seitens der Industrie mittelfristig nicht zu erwarten. Mittlerweile ist die Modellierung der VIc 900 abgeschlossen.
 

Bedingt durch die Ausführung in Spur 1 mussten einige Einschränkungen in Kauf genommen werden, dies betrifft in erster Linie den Abstand der Rahmenwangen, die davon abhängigen Komponenten sowie die Materialstärke von Blechteilen. Die Komponenten wurden so dimensioniert, dass sie nach heutigem Fertigungsstand auch produziert werden können. Basis für die Nachbildungen waren die Stücklisten für die Maschinen, die Originalzeichnungen sowie Werksaufnahmen. Bis auf wenige Ausnahmen wurden alle relevanten sichtbaren und in den Stücklisten aufgeführten Komponenten modelliert und verbaut. Nachfolgend einige Aufnahmen.

 

Rahmen_X_600

    Rahmen VIc 900, von vorne gesehen

Rahmen_W_600T

    Rahmen VIc 900, von hinten gesehen, komplettiert mit Radsätzen, Abfederung und weiteren Details.

Fahrwerk_D_600T

    Fahrwerk VIc 900, komplett von unten und eingefärbt


Die Bauteile wurden weitgehend so eingefärbt, dass sie dem Erscheinungsbild der Vorbildmaschinen bei Ablieferung weitgehend entsprechen. Die Vorbildmaschinen wurden in Glanzblechausführung abgeliefert, dies betraf den Langkessel im sichtbaren Bereich und die Zylinderverkleidung. Die Räder waren rotbraun. Die Steuerungsteile waren blank, die Nuten waren nicht farblich ausgelegt. Viele weitere Teile waren ebenfalls blank. Als hilfreiche Quellen dienten dabei die Materialangaben in den Stücklisten und Zeichnungen, die Bemerkungen in den Stücklisten (z.B. “Glanzblech”) und die vorliegenden Werksfotos. Die Textur für das Waffelblech war leider in keinem dunkleren Farbton verfügbar. Diese Bleche waren schwarz gestrichen!

 

VIc_1_900_ls_601

    VIc 900 von der Heizerseite

VIc_1_900_rs_600

    VIc 900 von der Lokführerseite

VIc_1_K_FS_600T

    Führerstand der VIc 900 bei abgenommenem Führerhausaufsatz

zum Seitenanfang

aufwärts