|
Die Echazbahn ist ein Teilstück der Strecke Reutlingen - Schenklingen. Zur Bewältigung des steilen Albaufstiegs zwischen Honau und Lichtenstein wurde die Stecke mit einer Leiterzahnstange der
Bauart Bissinger-Klose ausgeführt. Zum Einsatz kamen Zahnradlokomotiven der Gattungen Fz und Hz, später der Schienenbusse VT97.
Die verwendete Zahnstange in der Ursprungsausführung unterschied sich nur
geringfügig von der der badischen Höllentalbahn, u.a. durch die einfachere Ausführung der Schienenstühle:
|
|
Hauptunterschiede der Zahnstange zwischen Höllental- und Echazbahn
|
|
|
|
Zahnstange Bauart Bissinger-Klose (Echazbahn)
|
|

|
|
Schienenstuhl Bauart Bissinger-Klose (Echazbahn)
|
|
|
|
Zahnstange und Schienenstuhl (jeder 2. mit Druckstück) Bauart Bissinger (Höllentalbahn)
|
|
Die Einfahrt in die Zahnstange erfolgte auf ebener Strecke über spezielle Einfahrtstücke mit beweglicher Zunge. Diese war als Leiter ausgeführt und bestand aus zwei Holmen aus Flacheisen und
17 drehbaren Bolzen aus Rundmaterial (16 Bolzen bei der bad. Variante). Im Einfahrtbereich waren die Holme verjüngt und nach aussen gebogen, später (und in Baden) zusätzlich nach unten. Die Einfahrtstücke,
zwischen denen die Zunge drehbar gelagert waren, bestanden aus zwei U-Schienen, diese waren mit den Stahlschwellen verschraubt bzw. vernietet. Die Zunge ruhte im Einfahrtbereich auf zwei Spiralfedern in
einem angenieteten Federkasten und konnte nach unten ausweichen. Während die Zahnstange und der Großteil der Bolzen eine Teilung von 100 mm hatten, hatten die ersten drei Bolzen einen geänderten Abstand von
106 mm, die nächsten drei Bolzen einen solchen von 103 mm. Dadurch konnte der Eingriff des Zahnrades in die Zahnstange besser erfolgen.
|
|
|
|
3D-Modell der Zahstangeneinfahrt (Ursprungsausführung der Zunge)
|
|
|
|
Zum Vergleich: Zahnstangeneinfahrt der Höllentalstrecke
|
|
Württ. Hz und Zahnstange (Präsentationsgleis)
Im Lieferumfang der Ende 2018 von FineModels ausgelieferten Zahnradlokomotive der Gattung Hz / BR 97 5 waren auch ca.
1,5 m Zahnstange mit zwei Einfahrstücken. Die Zahnstange war ähnlich der von Bockholt als Lamelle ausgebildet, allerdings aus Kunststoff. Zur höhenverstellbaren Befestigung wurden Schienenstühle aus
brüniertem Messing geliefert. Die Zahnstange und insbesondere die Einfahrstücke haben allerdings wenig mit dem oben beschriebenen Vorbild gemeinsam.
Für eine dekorative Präsentationsvitrine
sollten wenigsten gut 60 cm vorbildnaher Zahnstange realisiert werden. Nach wenig befriedigenden Vorversuchen mit handelsüblichen Zahnstangen aus Messing wurde die Messingvariante verworfen und eine
auch preisgünstigere Nylonvariante gewählt, die im 3D- Druckverfahren gefertigt wurde. Die Zahnstangenlänge musste geringfügig geändert werden (141,4 statt 140,5 mm), um auf Modul 1 zu kommen. Die
Zahnstangenstühle sind mit angespritzt und haben Gewindebohrungen zur Befestigung auf den Schwellen. Die Einfahrt hat eine bewegliche und gefederte Zunge, die Lagerzapfen sind Inbusschrauben M 1,6.
|
|
|
|
3D-Modell der geplanten Präsentationsvitrine für die Hz mit Zahnstangengleis
|
|
Für das Paradestück wurde das Stahlschwellengleis von KM-1 gewählt, bei dem sämtliche angespritzten Schwellenverbindungsstege getrennt werden mussten, um den vorbildlichen Abstand
von 25 bzw. 16,4 mm realisieren zu können. Mit einer Schablone wurden die Schwellen, auf denen die Schienenstühle aufliegen, mittig gebohrt und mit der Zahnstange verschraubt. Als Gleisunterlage
dient ein Sperrholzbrett mit abgeschrägten Kanten, das anschließend eingeschottert wurde. Die Zahnstange und die Gleisprofile wurden mit Schienenfarbe von Wenz farblich behandelt. Die verwendeten
Laschen sind ebenfalls von Wenz.
Der verwendete Werkstoff scheint recht stabil zu sein, aufgrund der größeren Breite (4,7m) im Vergleich zur Variante von FineModels (ca. 3 mm) sicher
ähnlich belastbar. Entsprechende Erfahrungen liegen aber nicht vor. Die Zunge des Einfahrstücks sollte aber für den Fahrbetrieb aus Messing gefertigt werden.
|
|
|
|
|
|
Das eingeschotterte Gleisbett mit Zahnstange
|
|
|
|
Zahnstange und Zahnstangeneibfahrt aus Nylon
|
|
Zahnstange und Zahnstangeneinfahrt
|
|
|
|
Württ. Hz auf dem Präsentationsgleisstück
|
|
|
|
Hz und Zahnstangeneinfahrt
|
|
Württ. Hz und Zahnstange (Versuchsstrecke)
Auf einer ca. 4 m langen Versuchsstrecke sollten die verschiedenen Zahnstangen und Einfahrten getestet werden können. Zuerst wurde zuerst die Zahnstange
von Finemodels verbaut und mit der Hz getestet. Die individuelle Einstellung der Zahnstangenhöhe an jedem Zahnstangenstuhl war zwar etwas fummelig aber machbar. Die
Positionen der Schienenstühle war an der Zahnstange vorgegeben, leider passten die Abstände nicht zum Stahlschwellengleis von KM-1. Deshalb mussten die Verbindungsstücke der
Schwellenstücke getrennt werden. Die Einfahrt über die einfach gestalteten Zahnstangenlamellen mit der Hz war überraschend problemlos. Nach einigen Versuchen wurde dann ein
Einfahrtstück abgeschnitten gegen die neu gefertigte Zahnstangeneinfahrt in Messingausführung getauscht. Diese unterscheidet sich nur im Material von der bereits oben
vorgestellten Nylonvariante. In der ersten Ausführung kam die Zunge in der Ursprungsausführung zum Einsatz, diese wurde später gegen die neuere Ausführung getauscht.
|
|
|
|
Vereinfachte Zahnstangeneinfahrt Finemodels
|
|
|
|
Einzelteile der Zahnstangeneinfahrt in Messingausführung (alte Zungenausführung)
|
|
|
|
Zahnstangeneinfahrt zusammengebaut, neue Zungengeometrie
|
|
Der Übergang zur Zahnstangenlamelle von Finmodels erfolgt über eine Zahnstange aus Messing, die während des Stadiums der Vorversuche aus einem
handelsüblichen Zahnstangenprofil entstanden ist. Am Endes des Übergangs wurde das Profil geschlitzt, so dass die Zahnstangenlamelle von Finemodels eingesetzt
werden konnte.
|
|
Zahnstangeneinfahrt mit Übergangsstück auf Finemodels-Zahnstange
|
|
|
|
|
|
|